Wenn man als unbedarfter Linuxer in den unendlichen Weiten des microsoft’schen Kosmos unterwegs ist, darf man sich nicht wundern, wenn einem einiges sehr befremdlich vorkommt. Man stolpert einem Reisenden gleich, der in einem Land - dessen Sprache er nicht kennt - versucht den Weg zum Bahnhof zu finden, oder wenigstens ein Taxi.
So erging es mir neulich, als das Vista Notebook meines Vaters versuchte mir folgendes mitzuteilen:
STOP 0×0000C1F5
Die obligatorische Frage, was er denn gemacht habe, wurde mit “Nur updates installiert” beantwortet, daran konnte es also nicht liegen - meint man. Durch diese wirklich ausführliche Fehlermeldung vollumfassend informiert, warum Vista denn hinüber ist fängt man also zu suchen an.
Siehe da, man findet auch bei Microsoft höchstselbst eine “Lösung des Problems”
If you have only one disk installed, and if you have access to Windows XP or Windows 2000 installation media, restart the computer by using the Windows XP or Windows 2000 installation media. Next, format the offending disk, and then reinstall Windows Vista.
http://support.microsoft.com/kb/946084
Windows neu zu installieren ist wohl auch schon bei Microsoft, das Mittel zur Wahl. Ich befürchte ja die Anwender haben sich schon daran gewöhnt vierteljährlich den Frühjahrsputz mit dem Betriebsysstem zu machen. Wieso sollte man da nicht auch neuinstallieren, wenn das System nicht hochfährt?
Recht beeindruckt von der Ehrlichkeit des Herstellers ob der Zuverlässigkeit ihrer Produkte, mache ich mich weiter auf die Suche, vielleicht gibt es ja weniger radikale Lösungen. Die große und gar nicht böse Suchmaschine, liefert mir dann wenigestens einen Workaround:
It seems as though the frequency of reports of STOP 0×0000C1F5 problems is increasing, with most people attributing the issue to a bad Vista SP1 (or prepare-for-SP1) update or patch. (..)
Looking at the problem a little more closely, it seems that if the $TxfLog file is corrupted, the Common Log File System Driver shits the bed at boot time, causing the BSOD.
http://www.delmartian.com/TheGalacticToilet/2008/03/31/Workaround
Was für ein wunderbares Problem, das Update vom Microsoft zerstört sich selbst und sorgt dafür, daß sich das System nicht mehr starten läßt und das ganze kommt auch noch per Update ins Haus.
Vielleicht ist das Ganze auch eine Versuchsreihe um nicht lizenzierte Kopien loszuwerden, oder von den OEM Kunden (Herstellern) mehr Geld zu bekommen. Getreu dem Motto, wenn ihr uns nicht mehr Geld zahlt für die OEM Versionen, dann legen wir die Systeme eurer Kunden einfach per Update lahm. Wir schaffen das heute sogar unabsichtlich, stellt euch vor wenn wir das mit Absicht täten :-).
Lange Rede, kurze Neuinstallation - Ich hab das Notebook dann durch die HP Recovery Software in den Urzustand zurückversetzt - jetzt läuft sogar Vista wieder. Updates sind vorerst deaktiviert, lieber ein laufender PC als Zombie/Spamschleuder als ein stehender PC mit gestopften Sicherheitslücken, irgendwo muß man wohl Kompromisse eingehen…
Zurückgekehrt von diesem Ausflug in die Welt von Windows, kann ich nur feststellen, daß nicht nur die Sprache dort anders, sondern auch die Sitten und Gebräuche für Touristen absurd erscheinen mögen. Man kommt aber auch im nächsten Urlaub wieder, oder spätestens wenn das Vista Service Pack2 rauskommt, darauf bin ich dann echt gespannt …
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